Marokko

Marrakesch

Marrakesch ist die wohl bekannteste Stadt Marokkos und wird deshalb auch oft fälschlicherweise als dessen Hauptstadt angenommen. Die „rote Stadt“ verdankt ihren Namen den roten Lehmziegeln, aus denen die meisten Gebäude und die Stadtmauern bestehen. Sie wurde im Jahr 1070 von den Almoraviden gegründet und diente als eine der historischen Hauptstädte Marokkos. Die Medina von Marrakesch ist heute UNESCO-Weltkulturerbe und eines der best erhaltenen Beispiele für islamische Architektur in Nordafrika.

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Sehenswertes

Meine Tipps für Marrakesch

  1. Jemaa el-Fnaa

    Wenn du in Marrakesch bist, führt kein Weg am Jemaa el-Fnaa vorbei. Der zentrale Platz ist tagsüber ein geschäftiger Markt, wo Händler frische Früchte, Gewürze und traditionelle Medizin anbieten. Doch erst am Abend wird der Platz wirklich lebendig. Garküchen, die frisch zubereitete Gerichte wie gegrilltes Fleisch, Tajine oder Schnecken servieren, verwandeln den Platz in ein riesiges Freiluftrestaurant. Gleichzeitig füllen Musiker, Schlangenbeschwörer, Akrobaten und Geschichtenerzähler den Platz.

    Du kannst auf dem Platz gegen Geld Fotos von dir zusammen mit Tieren machen lassen, meist Affen oder Schlangen. Ich würde dich aber bitten, davon abzusehen und dies nicht zu unterstützen, da die Tiere oft nicht gut behandelt werden.

    Der Platz heißt übersetzt Platz der Geköpften, aber keine Sorge, dort wurde schon lange niemand mehr hingerichtet. In den 1920er Jahren planten französische Kolonialbeamte, den Platz zu bebauen und durch Straßen zu ersetzen. Glücklicherweise wurden diese Pläne nie in die Tat umgesetzt.

  2. Bahia-Palast

    Der etwa 8 Hektar große Palast wurde im 19. Jahrhundert für die einflussreiche Familie des Großwesirs Si Moussa erbaut und Teile davon können noch heute besichtigt werden. Dazu zählen die Innenhöfe, in denen du Orangenbäume, Springbrunnen und viele Pflanzen findest, sowie Dutzende Zimmer, darunter die Privatgemächer des Wesirs und seiner Ehefrauen. Die Räume und Säle sind mit aufwendigen Stuckarbeiten, Mosaiken und bemalten Holzdecken geschmückt. Der Eintritt kostet 100 Dirham (Stand 2025).

  3. Medersa Ben Youssef

    Die Medersa Ben Youssef ist eine ehemalige Koranschule, die im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Mit Platz für bis zu 900 Studenten war sie eine der größten theologischen Schulen Nordafrikas. Hier studierten junge Männer aus ganz Marokko den Koran, islamisches Recht und andere religiöse Wissenschaften. Nach der Schließung der Medersa im Jahr 1960 wurde das Gebäude 1982 restauriert und ist heute ein Museum, das jährlich Tausende von Besuchern anzieht.

    Die Medersa verfügt über mehr als 100 kleine, schlichte, aber funktionale Zimmer, die einst als Schlafräume für die Studenten dienten. Zudem gibt es dort einen Innenhof mit einem schönen rechteckigen Wasserbecken.

    Der Eintritt kostet 50 Dirham (Stand 2025).

  4. Saadier-Gräber

    Die Saadier-Gräber wurden im frühen 16. Jahrhundert unter Sultan Ahmad al-Mansur, einem der bedeutendsten Herrscher der Saadier-Dynastie, angelegt. Ahmad al-Mansur ließ sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Familie und engste Berater errichten. Nach dem Sturz der Saadier-Dynastie befahl Sultan Moulay Ismail aus der Alawiden-Dynastie im 18. Jahrhundert, die Gräber zu verstecken. Er ließ sie mit hohen Mauern umgeben, da er die Saadier und deren Ruhm auslöschen wollte. Die Gräber gerieten daraufhin in Vergessenheit, bis sie 1917 von französischen Archäologen entdeckt und restauriert wurden.

    Der Eintritt kostet 60 Dirham (Stand 2025) und ein Besuch ist meiner Meinung nach eher nicht lohnenswert, außer man hat sehr viel Zeit für Marrakesch eingeplant. Denn der Garten und die Gräber sind zwar ganz nett anzuschauen, sie sind aber im Vergleich zu den anderen Sehenswürdigkeiten etwas langweilig.

  5. Koutoubia-Moschee

    Schon von Weitem sieht man das Minarett der Koutoubia-Moschee über die Dächer ragen. Mit 77 Metern Höhe ist dies auch das höchste Gebäude der Stadt. Die Moschee darf leider nur von Muslimen betreten werden, der Platz davor ist aber auch sehenswert.

    Interessanterweise wurde die Moschee zweimal gebaut. Der erste Bau war fehlerhaft ausgerichtet, also nicht in die Gebetsrichtung nach Mekka. Daher entschied man sich, die Moschee erneut zu errichten. Die ursprünglichen Überreste sind bis heute teilweise sichtbar. Der Name „Koutoubia“ leitet sich vom arabischen Wort „al-Koutoubiyyin“ ab, was „Buchhändler“ bedeutet. Der Name weist auf den Buchmarkt hin, der sich einst in der Nähe der Moschee befand. Zudem besitzt die Moschee keine Kuppeln, was sie von vielen anderen Moscheen in der islamischen Welt unterscheidet.

  6. Bab Agnaou

    Eines der schönsten Tore der Stadt ist das im 12. Jahrhundert errichtete Bab Agnaou, das als Hauptzugang zur Kasbah diente.

  7. Koubba el-Baadiyn

    Das Gebäude wurde im 12. Jahrhundert zur Zeit der Almoraviden-Dynastie, welche Marrakesch im Jahr 1070 gründete, erbaut und diente als rituelles Waschhaus. Da nicht mehr viel davon erhalten ist, lohnt sich ein Besuch nicht wirklich, du kannst ihn aber mit dem bei der Medersa Ben Youssef verbinden, da sich diese gleich um die Ecke befindet.

  8. Jardin Majorelle

    Der Jardin Majorelle ist einer der bekanntesten und meistbesuchten Orte in Marrakesch. Ursprünglich von dem französischen Künstler Jacques Majorelle im Jahr 1923 angelegt, wurde der Garten später von dem Modeschöpfer Yves Saint Laurent und seinem Partner Pierre Bergé restauriert und dadurch erst richtig berühmt.

    Der Besuch ist mit 170 Dirham vergleichsweise recht teuer, aber du kannst damit auch das Yves Saint Laurent Museum besuchen, zudem solltest du dir vorher auf der offiziellen Seite einen Slot reservieren.

  9. Yves Saint Laurent Museum

    Das Museum, welches dem französischen Modedesigner Yves Saint Laurent gewidmet ist, befindet sich in unmittelbarer Nähe des Jardin Majorelle und wurde 2017 eröffnet. Der Modeschöpfer lebte von 1966 bis zu seinem Tod 2008 in Marrakesch, in der Stadt, über die er einst sagte: „Marrakesch lehrte mich Farbe“.

    Der Besuch ist mit 170 Dirham vergleichsweise recht teuer, aber du kannst damit auch den Jardin Majorelle besuchen, zudem solltest du dir vorher auf der offiziellen Seite einen Slot reservieren.

  10. el-Badi-Palast

    Der Palast wurde im 16. Jahrhundert von Sultan Ahmad al-Mansur aus der Saadier-Dynastie erbaut, um seinen militärischen Sieg über die Portugiesen in der Schlacht von Alcácer-Quibir (1578) zu feiern. Seine Bauzeit betrug etwa 25 Jahre, und er wurde mit Materialien aus der ganzen Welt errichtet, darunter italienischer Marmor, Gold aus Timbuktu und türkische Kacheln. Der Palast wurde später von Sultan Moulay Ismail der Alawiden-Dynastie geplündert, um seine neue Hauptstadt Meknès zu verschönern.

    Heute ist daher nicht mehr viel Glanz des Palastes übrig geblieben. Wenn du ihn trotzdem besichtigen möchtest, kostet dich das 70 Dirham (Stand 2025). Sehenswert sind außerdem ein paar Störche, die auf den Mauern des Palastes nisten.

Übernachten

Mein Übernachtungstipp

Riad Vis Ta Vie

Riad Vis Ta Vie

Ich kann dir das Riad Vis Ta Vie sehr empfehlen. Es ist recht zentral gelegen, die Mitarbeiter sind sehr hilfsbereit und von der für Riads typischen Dachterrasse hast du eine richtig gute Aussicht über die Stadt.

Unterkunft ansehen

Souks

Die Souks von Marrakesch sind die größten und die wohl bekanntesten in Marokko. Hier findest du Holzkunstwerke, bunte Stoffe, glänzende Mosaiklampen, arabische Teppiche, orientalische Gewürze, hochwertige Lederwaren, super schöne Keramik und vieles mehr. Traditionell ist der Souk nach den unterschiedlichen Handwerkszweigen gegliedert, wobei sich diese im Laufe der Jahre auch mehr und mehr vermischt haben.

Handeln gehört auf marokkanischen Souks einfach dazu. So kannst du meist den Preis um die Hälfte des angegebenen Preises drücken. Zudem hilft es auch, alle möglichen Verhandlungstaktiken anzuwenden, wie zum Beispiel „Good cop – bad cop“, bei dem sich eine Person interessiert zeigt und die andere nicht. Meist kommen die Händler einem dann entgegen. Auch wenn es einem unhöflich vorkommt, kann es auch helfen, einfach wegzugehen, nachdem man den Preis schon heruntergedrückt hat. Oft wird einem dann noch ein niedrigerer Preis hinterhergerufen.

Stoffärbereien

Neben vielen anderen Handwerken ist das Färben von Stoffen eine jahrhundertealte Tradition in Marrakesch. Im Färbersouk, der unweit des Hauptplatzes Jemaa el-Fnaa liegt, färben Färber die Stoffe und Wolle mit Farben ein.

Es werden zum Färben sowohl pflanzliche Farbstoffe (Indigo: für Blautöne, Henna: für orange und braune Töne, Safran: für gelbe Farbtöne (sehr wertvoll und daher oft nur für kleinere Stücke verwendet), Kurkuma: für leuchtendes Gelb, Granatapfelschalen: für erdige Brauntöne, Mohn: für kräftiges Rot) als auch mineralische Farbstoffe (rote Ockererde: für warme Rottöne, Kohlestaub: für Schwarz) verwendet.

Nachdem die Stoffe oder Wollstränge zuerst in Wasser eingeweicht werden, werden sie in Kesseln oder Fässern mit den jeweiligen Farbstoffen gekocht. Dieser Prozess kann mehrere Stunden oder sogar Tage dauern, um die gewünschten Farbtöne zu erreichen. Anschließend werden die Stoffe zum Trocknen aufgehängt.

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